Die 30er Jahres des 20. Jahrhundert
- 1930

01.01.1930 Bergbaumuseum eröffnet
Das Deutsche Bergbaumuseum wird von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und der Stadt Bochum gegründet.
[...]
mehr lesen
01.01.1930 Arbeitslosigkeit im Revier wächst
Die Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich ist auf 3 Mio. angestiegen Auch die Industriestädte des Ruhrgebiets haben hohe Arbeitslosenziffern mit steigender Tendenz zu verzeichnen; so sind in Bochum 24398 Menschen ohne Arbeit, in Dortmund 43621, in Duisburg 38860, in Essen 60185, in Mà [...]
mehr lesen
25.03.1930 Das Bochumer Bergbau-Museum wird gegründet
Die Westfälische Berggewerkschaftskasse und die Stadt Bochum schließen einen Vertrag über die Gründung und zukünftige gemeinsamen Unterhaltung eines »Geschichtlichen Bergbau-Museums«. Den Grundstock der Sammlung bilden Modelle, die als Anschauungsmaterial für die Ausbildung von Ber [...]
mehr lesen
14.09.1930 Arbeiterschaft an der Ruhr wählt rot
Mit 6,4 Mio Stimmen, die der Partei 107 Mandate im neu gewählten Reichstag sichern, wird die NSDAP über Nacht zweitstärkste Reichstagsfraktion hinter der SPD. Noch zwei Jahre zuvor war die Partei Adolf Hitlers mit 2,6% der Stimmen und 12 Mandaten bei den Reichstagswahlen nicht über den [...]
mehr lesen- 1931

01.01.1931 neues Rathaus
Das neue Bochumer Rathaus wird eröffnet.
[...]
mehr lesen
04.01.1931 NSDAP gründet Gau Westfalen-Süd
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gründet in Bochum ihren Gau Westfalen-Süd;
Im April 1932 zählt die NSDAP im Gau Westfalen-Süd rund 35.000 eingeschriebene Mitglieder. Gauleiter ist Josef Wagner, ein arbeitsloser Lehrer, der sich seinen Lebensunterhalt zun [...]
mehr lesen
28.06.1931 Schnellbahn-Projekt der Reichsbahn
Auf seiner Probefahrt von Berlin nach Hannover passiert der sog. Schienenzeppelin auch die Städte entlang der Linie durchs Ruhrgebiet. In Bochum, Mülheim und Duisburg drängen sich Schaulustige in den Bahnhöfen, um die Jungfernfahrt des propellergetriebenen Schnelltriebwagens mitzuerleben. [...]
mehr lesen
05.10.1931 Soziales Elend durch Massenarbeitslosigkeit
Infolge der Wirtschaftskrise (29. 10. 1929) steigen die Arbeitslosenzahlen im Ruhrgebiet. So hat sich z. B. in Bochum die Zahl der Arbeitssuchenden seit 1929 verfünffacht. Am 5. Oktober 1931 verkürzt die Reichsanstalt für Arbeit, die Unterstützungsdauer für Arbeitslose von 26 auf 20 Woch [...]
mehr lesen- 1932

01.01.1932 jüdische Einwohner
In Bochum und Wattenscheid zählen zur jüdischen Religionsgemeinschaft 1.288 Personen.
[...]
mehr lesen
01.01.1932 Ausbau des Ruhrschnellwegs
Der Ausbau einer durchgehenden Straßenverbindung vom westlichen Ruhrgebiet bis nach Unna ist fertiggestellt. Der 70 km lange sogenannte Ruhrschnellweg führt von Duisburg über Essen, Bochum und Dortmund ins östliche Industrierevier. Vor allem im Hinblick auf die zu erwartende weitere Zunah [...]
mehr lesen
31.07.1932 Starke Gewinne für KPD im Ruhrgebiet
Mit 230 Mandaten wird die NSDAP stärkste Fraktion im neu gewählten sechsten Deutschen Reichstag; die KPD gewinnt zwölf Sitze hinzu. Im Ruhrgebiet bleibt der Stimmenzuwachs der NSDAP unter dem Reichsdurchschnitt, während die KPD in den Revierstädten überdurchschnittliche Gewinne verzeich [...]
mehr lesen
10.08.1932 Wohlfahrtskosten belasten Gemeinden
In einem Schreiben an die Reichsregierung fordern elf Gemeinden des Ruhrreviers ein »Ruhrhilfe« zur Linderung ihrer Finanznot. Unterzeichner der Eingabe sind die Städte Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Dortmund, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Recklinghausen, Wanne-Eickel, Wattenscheid und [...]
mehr lesen
14.10.1932 Plünderungen nach Demonstration
In Wattenscheid plündern etwa 150 Menschen den Wochenmarkt, nachdem die Stadtverwaltung die Wohlfahrtsunterstützung für Oktober nur zum Teil ausgezahlt hat. Wegen der hohen Arbeitslosenzahlen ist die Stadt nicht in der Lage, die vollen Wohlfahrtssätze zu gewähren. Als Erwerbslose vor dem [...]
mehr lesen- 1933

01.01.1933 Nationalsozialistische Gleichschaltung beginnt sofort
Mit der Besetzung politischer und gesellschaftlicher Schlüsselpositionen sichern die Nationalsozialisten ihre Machtstellung. Durch Terror und unter Umgehung von Rechtsvorschriften besetzt die NSDAP wichtige Posten in den Verwaltungen. Die demokratischen Parteien werden verboten oder lösen s [...]
mehr lesen
01.01.1933 Otto Leopold Piclum wird Oberbürgermeister
Im Zuge der Gleichschaltung und der Machtübernahme der NSDAP wir Dr. Otto Ruer aus dem Amt getrieben
[...]
mehr lesen
30.01.1933 NSDAP veranstaltet Siegeszug
Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Die Bochumer NSDAP veranstaltet einen „spontanen" Siegeszug durch Bochum mit anschließender Großkundgebung. Die politischen Gegner der Nationalsozialisten können sich nicht zur gemeinsamen Gegenwehr durchringen. Während die KPD zum offenen Wid [...]
mehr lesen
07.02.1933 Nationalsozialistischer Terror gegen politische Gegner
Hermann Göring, kommissarischer Reichsinnenminister und Polizeiminister von Preußen, verpflichtet die preußische Polizei in einem Erlass, zu den »nationalen Verbänden (SA, SS und Stahl-Helm) das beste Einvernehmen herzustellen«, den Linken gegenüber jedoch, »wenn nötig, rücksichtslos vo [...]
mehr lesen
27.02.1933 Reichstagsbrand in Berlin
Der Reichstagsbrand in Berlin wird von den Nationalsozialisten als kommunistische Brandstifung dargestellt und zur Aufhebung wichtiger verfassungsmäßiger Rechte genutzt. Die kommunistische und sozialdemokratische Presse wird verboten, und es kommt zu einer Verhaftungswelle, die sich vor all [...]
mehr lesen
28.02.1933 Verordnung des Reichspräsidenten
Durch die „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat" wird die Willkürherrschaft von Hitler und der NSDAP sanktioniert. Der psychische und physischeTerror gegen die politischen Gegner, für den in Bochum unter anderem die SA-Standarte 17 unter der Führung des Kaufma [...]
mehr lesen
05.03.1933 Reichstagswahlen
Reichstagswahlen. Die NSDAP wird als stärkste Partei bestätigt, erhält aber nicht die absolute Mehrheit. In Bochum kommen die Nationalsozialisten auf 36,3 Prozent der Stimmen (gegenüber 43,9 Prozent im Reich). Noch vor der kurz darauf später folgenden Kommunalwahl wollen die Nationalsozi [...]
mehr lesen
05.03.1933 Trotz Terror keine Mehrheit für NSDAP
Bei den Wahlen zum achten Deutschen Reichstag erhält die NSDAP mit 43,9% der abgebenen Stimmen ihr Wahlziel der absoluten Mehrheit. Trotz massivem Terror durch SA und SS können Kommunisten und Sozialdemokraten etwa ein Drittel der Wählerstimmen auf sich vereinigen. In den Städten des Ruhr [...]
mehr lesen
06.03.1933 Hakenkreuzfahne weht vom Rathaus
Am Tag nach der Reichstagswahl veranstaltet die NSDAP im Revier Siegeskundgebungen, in deren Verlauf auf öffentlichen Gebäuden Hakenkreuzfahnen gehißt werden. In der Ausgabe vom 7. März 1933 berichtet der Bochumer Anzeiger über die Vorgänge vom Vortag:
Die Fahnen waren [...]
mehr lesen
10.03.1933 Verhaftungswelle
Nach der Reichstagswahl und nachdem die Kommunisten bereits vorher ausgeschaltet worden waren, verlagert sich der Schwerpunkt der Verfolgungsmaßnahmen auf die SPD und die Gewerkschaften. In der Nacht vom 10. auf den 11. März werden in Bochum 50 bis 60 führende Sozialdemokraten, Gewerkschaf [...]
mehr lesen
11.03.1933 Dr. Otto Ruer aus dem Amt getrieben
Der Bochumer Oberbürgermeister, der der Deutschen Staatspartei nahestehende parteilose Dr. Otto Ruer, wird unter Drohungen und falschen Anschuldigungen aus dem Amt gedrängt und später in den Selbstmord getrieben.
[...]
mehr lesen
12.03.1933 Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung
Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung. Mit 39,4 Prozent der Stimmen kann die NSDAP auch in Bochum ihre Stellung festigen und sogar leicht ausbauen. Die Mandate der acht kommunistischen Abgeordneten werden - wie überall im Reich - sofort kassiert, die der sozialdemokratischen Stadtverordnete [...]
mehr lesen
24.03.1933 Dr. Otto Piclum Staatskommisar für Bochum
Dr. Otto Piclum, der Chefredakteur der NSDAP-Parteizeitung "Rote Erde", wird von Göring zum Staatskommissar für Bochum und am 15. Mai zum kommissarischen Oberbürgermeister ernannt. [...]
mehr lesen
01.04.1933 Boykottmaßnahmen gegen Juden
Reichsweit organisierter Boykott jüdischer Geschäfte, jüdischer Ärzte und Rechtsanwälte. Wie überall im Reich werden auch in Bochum SA-Männer mit Warnschildern „Kauft nicht bei Juden" vor jüdischen Geschäften postiert. Wer weiterhin bei Juden kauft, wird unter Druck gesetzt. Kaufl [...]
mehr lesen
12.04.1933 Adolf Hitler wird Ehrenbürger der Stadt Bochum
Aus Anlass des Geburtstages von Adolf Hitler ernennen verschiedene Revierstädte Führer und Reichskanzler zu ihren Ehrenbürger.
Aus Anlass des Geburtstages von Adolf Hitler ernennen verschiedene Revierstädte Führer und Reichskanzler zu ihren Ehrenbürger. Hagen hatte bereits am [...]
mehr lesen
24.04.1933 Gründung Tierpark
Gründung des Bochumer Tierparks.
[...]
mehr lesen
01.05.1933 1. Mai umfunktioniert
Der traditionelle Kampf- und Demonstrationstag der Gewerkschaften, der 1. Mai, wird von den Nationalsozialisten umfunktioniert und zum „Tag der nationalen Arbeit" erklärt. Am Tag darauf werden in Bochum - wie überall im Reich - die Gewerkschaftshäuser besetzt, die freien Gewerkschaften [...]
mehr lesen
02.05.1933 Nazis stürmen Gewerkschaftszentralen
In den frühen Morgenstunden stürmen etwa 60 mit Gewehren und Pistolen bewaffnete SA-und SS-Männer die Hauptverwaltung des Alten Bergarbeiterverbandes in Bochum.
Die anwesenden Funktionäre werden in Schutzhaft genommen. Auch in allen anderen Städten des Deutschen Reiches werden a [...]
mehr lesen
09.06.1933 Bücherverbrennungen
Bücherverbrennung in Bochum. In den Abendstunden versammeln sich auf dem Kaiser Friedrich-Platz (heute Imbusch-Platz): die Hitler-Jugend, die Lehrlinge des Bochumer Vereins und der Zechen, Mitglieder der evangelischen Jugendverbände, Schüler. Ihr Ziel: "In einer selten einmütigen und gesc [...]
mehr lesen
14.07.1933 Ausschaltung der Parteien auch im Revier vollzogen
Mit Erlass des »Gesetzes gegen die Neubildung von Parteien« werden allen Personen, die dennoch Parteigründungen vorbereiten, hohe Zuchthausstrafen angedroht. Durch Gewalt, Resignation, Verbot und Selbstauflösung sind damit auch im Ruhrgebiet alle politischen Parteien mit Ausnahme der NSDA [...]
mehr lesen- 1934

26.03.1934 Ruhrschnellweg jetzt Reichsstraße
Ein Reichsgesetz zur Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung erklärt schließlich unter anderem auch den Ruhrschnellweg am 26. März 1934 zur Reichsstraße.
[...]
mehr lesen- 1935

01.01.1935 Arisierung
Im Kaufhaus Kortum liegt ab August 1935 die Bescheinigung über den erfolgreichen Vollzug der Arisierung" in einer Vitrine im Eingangsbereich aus.
[...]
mehr lesen
01.01.1935 Hauptfriedhof erbaut
Zwischen 1935 und 1941 wird der Zentralfriedhof am Freigrafendamm fertiggestellt. Die Gebäude sind die einzigen verwirklichenten Bauten des nationalsozialistischen Gesamtkonzepts zur Ausgestaltung Bochums als "Gauhauptstadt".
[...]
mehr lesen
01.04.1935 Husemann ins KZ Esterwegen
Fritz Husemann kommt im April 1935 ins Konzentrationslager Esterwegen, wird hier schwer misshandelt und schon nach wenigen Tagen „auf der Flucht erschossen".
[...]
mehr lesen
15.04.1935 Fritz Husemann im KZ umgebracht
Fritz Husemann, seit 1919 Vorsitzender des Alten Bergarbeiterverbandes und von 1924 bis 1933 Reichstagsabgeordneter der SPD, wird im Konzentrationslager Esterwegen ermordet. An den Beisetzungsfei [...]
mehr lesen
01.09.1935 Nürnberger Gesetze erlassen
Auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg werden die antisemitischen „Nürnberger Gesetze" erlassen. Ehen zwischen „Ariern" und Juden sind verboten; die Juden verlieren die deutsche Staatsangehörigkeit und ihr Wahlrecht; ihre Arbeitsmöglichkeiten werden auf wenige Berufszweige eing [...]
mehr lesen- 1937

01.01.1937 Radsporterfolge von Lohmann und Bautz
Der Bochumer Radprofi Walter Lohmann wird bei den Titelkämpfen in Kopenhagen Weltmeister der Steher. Der Titel ist der bisher größte Erfolg des Bochumers und wird in den Lokalzeitungen mit entsprechenden Schlagzeilen gefeiert. Sein Freund und Rivale Erich Metze ( —> 1934) begann Lo [...]
mehr lesen
01.05.1937 Nationalsozialiszischer Musterbetrieb
Dem Bochumer Verein wird die Bezeichnung »Nationalsozialistischer Musterbetrieb« verliehen.
[...]
mehr lesen- 1938

14.04.1938 Zusammenschluss VfL Bochum
Im Zuge der Gleichschaltung vereinen sich der Turnverein Bochum, Germania 06 und TuS Bochum zum VfL Bochum 1848
[...]
mehr lesen
09.11.1938 Reichsprogromnacht
Am 9. November 1938 findet die Progromnacht statt.
Die ersten jüdischen Bürger werden in die Konzentrationslager verschleppt. Zerstörung von jüdischen Einrichtungen und Wohnungen. Etwa 500 jüdische Bürger sind namentlich bekannt
Überall in Deutschland werden die Synag [...]
mehr lesen
09.11.1938 Terror gegen Juden in der Kristallnacht
Wie überall im Reichsgebiet gehen in der Reichskristallnacht auch in den Städten des Ruhrgebiets die Synagogen und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden in Flammen auf. Jüdische Geschäfte werden von nationalsozialistischen Terrorkommandos geplündert und zerstört, jüdische Bürger aus [...]
mehr lesen- 1939

26.04.1939 Westfälische Schauspielschule
Mit einem Festakt nimmt de erste Westfälische Schauspielschule in Bochum ihre Arbeit auf.
[...]
mehr lesen
01.09.1939 Angriff deutscher Truppen auf Polen
Angriff deutscher Truppen auf Polen - Beginn des von den Nationalsozialisten provozierten zweiten Weltkrieges, in den in der Folge auch die deutsche Zivilbevölkerung hineingezogen wird. Bochum, wie das gesamte Ruhrgebiet, gehört als „Waffenschmiede" des Reiches zu den bevorzugten Angriffs [...]
mehr lesen
31.10.1939 2. Weltkrieg
Der 2. Weltkrieg wütet auch über Bochum
[...]
mehr lesen
01.12.1939 Zwangsarbeit in der deutschen Wirtschaft
Beginn der Zwangsarbeit in der deutschen Wirtschaft. Während des zweiten Weltkrieges müssen mehr als zehn Millionen Kriegsgefangene, zivile ausländische Arbeitskräfte und KZ-Häftlinge Zwangsarbeit in Deutschland leisten. Ende 1944 werden in Bochum circa 30.000 Menschen zur Zwangsarbeit h [...]
mehr lesen